Körperliche Erkrankungen und seelische Belastungen

Körperliche Erkrankungen / Einschränkungen und die daraus resultierenden seelischen Belastungen können das Leben und eine Beziehung sehr stark beeinflussen und negativ verändern.

Jede Erkrankung, die Sie selbst als eine Einschränkung in Ihrem Leben erleben, wird auch Ihre Partnerschaft beeinflussen. Themen, über die wir miteinander sprechen und gemeinsam Lösungen entwickeln wollen, können beispielsweise folgende sein:

  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Beziehungsgestaltung mit neuer Aufgabeneinteilung
  • die Endlichkeit des Lebens
  • auf Hilfe angewiesen sein
  • ungute Gefühle, sich selbst oder anderen gegenüber
  • Selbstwertunsicherheit
  • gemeinsame Entscheidungs- oder Kompromissfindung
  • Verstärkung einer ungünstigen Beziehungsdynamik
  • Auswirkungen eines destruktiven Umganges in Ihrem Miteinander
PaarBeratung
Paarberatung

Ich beschränke mich bei der Vielzahl an möglichen Auslösern für Schwierigkeiten, die Sie mit sich Selbst oder in der Partnerschaft haben könnten, auf die Herausforderung, mit einer physischen (körperlichen) Erkrankung oder Einschränkungen umgehen zu müssen.

Dazu zählen vor allem körperliche Einschränkungen durch Erkrankungen aus den medizinischen Fachbereichen der Neurologie, Orthopädie, Gynäkologie, Unfallchirurgie, Onkologie und innerer Medizin,  wie zum Beispiel:

  • Schlaganfall, Multiple Sklerose
  • Herzinfakt
  • Krebserkrankung
  • oder Unfallfolgen wie Amputationen, komplizierte Frakturen u.ä.

Hinzu können seelische Belastungen kommen, z.B.:

  • psychische Veränderungen, wie depressive Stimmungslagen
  • Anpassungsschwierigkeiten an die neue Lebenssituation
  • Ängste, Ärger, Wut, Enttäuschung oder Schuldzuweisungen
  • Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen
  • ein verändertes Selbstwertgefühl/Selbstwertbeeinträchtigung
  • Unsicherheit im sozialen Kontakt bis hin zum sozialen Rückzug

Diese seelischen Belastungen werden hervorgerufen durch

  • die Erkrankung / Beeinträchtigung selbst
  • eine unklare Zukunftsperspektive, z.B. wegen des ungewissen weiteren Krankheitsverlaufs
  • Konfrontation mit einer evtl. irreversiblen Krankheitssituation
  • eine veränderte Beziehungsgestaltung
  • Abschied und Verlust wichtiger Person
  • das nicht Verarbeiteten der Diagnose oder des Operationserlebens
  • Verlust vertrauter Lebensumstände und Rollenanforderungen (familiäre oder berufliche Aufgaben)
  • Klinikaufenthalte oder regelmäßige Behandlungen

Gestörte Stabilität, unvorhersehbare Veränderungen
Jedes Beziehungssystem bewegt sich in einem selbst gewählten Rahmen zwischen Stabilität und Veränderung. Bei vorhersehbaren, lebenszyklischen Übergängen (wie z.B. der Beginn der Familienphase) kann die Situation meistens gut ausbalanciert werden. Im Fall einer überraschend gestellten Diagnose, eines Unfalls oder auch bei langsam fortschreitenden Erkrankungen verändert sich diese Stabilität ungeplant: Häufig müssen – möglichst schnell – geeignete medizinisch lebensnotwendige Maßnahmen ergriffen werden. Die Gedanken und Gesprächsinhalte kreisen dann oft ausschließlich um dieses Ereignis, die Diagnose, die Behandlungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen. Tägliche Routinen können (eine Zeit lang) nicht mehr wie gewohnt ablaufen. Die Beteiligten befinden sich in einer psychischen und seelischen Ausnahmesituation.

Konflikte entstehen dann zum Beispiel durch:

  • unterschiedliche Sichtweisen auf die Situation
  • fehlenden Austausch über das Erlebte
  • Unsicherheiten im Umgang mit der Krankheit
  • ungeregelten Hilfebedarf
  • übermäßiges Abgeben oder Annehmen von eigenständig möglichen Tätigkeiten
  • unverarbeitete Gefühle wie Schreck, Trauer, Wut, Enttäuschung, Angst, Schuld, Hilflosigkeit, Überforderung, Stimmungsschwankungen uvm.
  • unausgesprochene Erwartungen oder Wünsche
  • fehlende Entlastung und überschrittene persönliche Belastungsgrenzen
  • mangelnde Krankheitseinsicht
  • Einschränkungen der bisher geteilten gemeinsamen Lebensqualität